Ikarus - der Chef des Katzenrudels in Pigadoulia

Ikarus war der erste griechische Kater, den ich kennen lernte. Am 5ten November 2017 kam ich nach Griechenland, in einen kleinen Ort namens Selianitika auf dem Peloponnes, in das Kulturzentrum Hellenikon Idyllion.

Und da war er als hätte er auf mich gewartet. Hungrig, verwurmt, filziges und fettiges Fell, aber Kraft und Willen in seinen großen, grünen Augen. Ikarus, so hatten ihn die letzten Praktikanten hier im Zentrum genannt, die ihn von ihrem schmalen Praktikantensalär immer mal etwas Futter kauften. Einen Tierarzt hatte er nie gesehen, obwohl er meiner Schätzung nach circa ein Jahr alt war.

Ja und dann sah er mich. 14 Tage besuchte er mich Tag für Tag an meiner Wohnungstür und bettelte um Futter. Nach einer Woche wurde ich weich und verteilte Essensreste und Joghurt, nach zwei Wochen kaufte ich Futter und nach 5 Wochen installierte ich eine provisorische Katzentür.

Ikarus hatte nie eine Wohnung von innen gesehen und er gab sich alle Mühe der Welt zu verstehen und alles richtig zu machen. Er stellte fest, dass ich auf Stühlen saß und auf dem Sofa lag, also machte er das auch. Er hatte ja gesehen wie das geht, nur was ich da abends machte, wenn er raus musste und ich in das zweite Zimmer ging, das wollte er noch herausfinden. Irgendwann hat er wohl begriffen, dass ich da zum Schlafen hin ging auf dieses große Bett.

Und eines Nachmittags als ich vom Schwimmen zurückkam, fand ich ihn, mitten auf meinem Kopfkissen, schlafend wie ein Baby. Er hatte verstanden wie es geht: sitzen = Stuhl, ruhen = Sofa, schlafen = Bett. Und er zeigte mir stolz, dass er es konnte. Ich war sprachlos und ließ ihn gewähren. Ihn jetzt rauswerfen wäre ein Vertrauensbruch gewesen, den ich nicht mehr aufgeholt hätte.

So habe ich ihn kennengelernt:

  • ein guter Beobachter
  • ein exakter, praktischer Verstand
  • ehrlich und großzügig
  • mutig und treu
  • familienverbunden

Ikarus brachte schon nach zwei Tagen einen Freund mit. Einen falbfarbenen, fast blinden Kater, der sich nicht selbst versorgen konnte. Ikarus brachte ihn zu mir, zur Futterstelle und sorgte dafür, dass Sokrates sein Essen bekam. Und natürlich nicht nur Essen, auch einen Stuhl, ein Stück Sofa und einen Platz am Fußende des Bettes.

Ikarus wusste nicht, dass ich Tiermedizinerin war. Er kannte das nicht, aber er war sehr froh, dass Sokrates Hilfe bekam für seine entzündeten Augen, die er kaum aufmachen konnte.

Eines ist sicher, Ikarus hat mich adoptiert. Er war meine Fahrkarte in ein Leben in Griechenland und ich sollte noch sehr viel von und mit diesem stolzen, großherzigen Patriarchen lernen.

 

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Betreff „Tierschutz Ikarus“

Das sind die Paten von Ikarus:

  • Marie-Anne Kannengießer